Benjamin Bütfering, Geschäftsführender Gesellschafter LEANNOVA GmbH
Industriebauprojekte stehen unter hohem Druck: Bestandsunterlagen sind lückenhaft, Fachgewerke planen parallel, Entscheidungen müssen trotz knapper Zeitfenster belastbar getroffen werden. Der Vortrag zeigt, wie ein Digitaler Zwilling vom Schlagwort zum konkreten Arbeitsmittel wird – präzise erfasst, intelligent aufbereitet und kollaborativ nutzbar.
Im Mittelpunkt steht ein Vorgehensmodell mit vier Schritten: 3D-Scanning und Punktwolkenbereitstellung schaffen eine verlässliche Grundlage des realen Bestands oder Baufortschritts. Darauf aufbauend entsteht durch 3D-Modellierung ein strukturiertes BIM-/CAD-Modell in der erforderlichen Detailtiefe. Über eine Cloud-BIM-Plattform werden Modelle, Punktwolken und Projektdaten als gemeinsame Datenbasis bereitgestellt. BIM-Koordination, Qualitätssicherung und laufende Pflege halten den Zwilling aktuell, konsistent und entscheidungsfähig.
Anhand von Greenfield-, Brownfield- und hybriden Praxisbeispielen wird erläutert, wie aus einzelnen Daten ein digitaler Arbeitsraum entsteht: für transparente Abstimmungen, frühzeitige Risikoerkennung, weniger Nacharbeit, schnellere Entscheidungen und bessere Zusammenarbeit zwischen Bauherren, Planern, Fachplanern, Lieferanten und Ausführung. Abschließend reflektiert der Vortrag Chancen und Grenzen: Ein Digitaler Zwilling ist kein Selbstzweck, sondern entfaltet seinen Nutzen erst durch klare Ziele, passende Detailtiefe, diszipliniertes Datenmanagement und Verantwortung über den Projektverlauf.