Dr. Florian Reissner
R&D Senior Engineer
Siemens AG
Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt INTEND (INTegrierte WärmewENDe)
Die Wärmewende in Deutschland erfordert eine enge Verzahnung von Wärme- und Stromsystemen, um Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gleichermaßen zu gewährleisten. Dezentrale Wärmepumpen sowie Wärmenetze nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, stellen jedoch zugleich neue Anforderungen an die Planung und den Betrieb der elektrischen und thermischen Infrastruktur. Vor diesem Hintergrund präsentiert der Vortrag Fragestellungen und Erkenntnisse aus dem öffentlich geförderten Forschungsprojekt INTegrierte WärmewENDe (INTEND, BWME).
INTEND untersucht, wie die inhärente Trägheit und Speicherkapazität thermischer Systeme gezielt als Flexibilitätspotenziale genutzt werden können, um den Infrastrukturbedarf im Strom- und Wärmesektor kosteneffizient zu reduzieren. Das Projekt vereint Partner aus Forschung, Energiewirtschaft, Industrie, Stadtwerke, Wärmenetzbetreiber, Stromnetzbetreiber sowie deren Branchenverbände. Im Vortrag werden quantifizierte Flexibilitätspotenziale aus einer Kombination theoretischer und praktischer Untersuchungen vorgestellt, darunter Gebäudemodelle, thermische Speichermodelle, Labortests und Feldtests. Die Ergebnisse zeigen, in welchem Umfang Wärmepumpen und thermische Speicherung zur Deckung des zukünftigen Flexibilitätsbedarfes beitragen können und welche Auswirkungen die zunehmende Durchdringung mit Wärmepumpen auf die Infrastruktur darstellt.