Zukunftsfähige Wärmenetze: Einfluss von gebäudescharfen Lastprofilen auf Dimensionierung und Wirtschaftlichkeit

Von wdo, 20. August 2026

Dr.-Ing. Philip Groesdonk, Geschäftsführer heatbrAIn GmbH

Viele erneuerbare Wärmequellen haben ein zeitlich schwankendes Angebotsprofil in Potenzial oder Preis. Bei der Planung werden daher auch für die Wärmesenken zunehmend Lastprofile herangezogen. Diese bestimmen maßgeblich die Dimensionierung, Versorgungssicherheit sowie Wirtschaftlichkeit von Erzeugern, Speichern und Netzen. Heute erfolgt die Abbildung thermischer Lastverläufe häufig noch über vereinfachende Standardlastprofile (SLP). Diese Profile erfassen aufgrund ihrer Herkunft aus der Gasversorgung Wechselwirkungen zwischen Gebäudephysik, Nutzungsverhalten und Erzeugungssystem nur unzureichend, was das Risiko systematischer Unsicherheiten oder sogar Fehldimensionierungen birgt.

Die individuelle Simulation gebäudescharfer Lastprofile kann hingegen spezifische Gebäudephysik- und Nutzungsparameter berücksichtigen. Der Vortrag beschreibt, wie mithilfe einer Kombination öffentlicher Geo- und lokaler Energiedaten sowie KI-Unterstützung simulierbare Modelle einzelner Gebäude erstellt werden können. Anhand eines realen Projektgebiets wird gezeigt, wie die Lastprofile durch strukturelle Änderungen im Gebäudebestand variieren, welchen Einfluss der Einsatz von Lastprofilen als dynamische beeinflussbare statt als statische Planungsgröße auf die Dimensionierung von Netz und Erzeugerstruktur hat, und wie dies sich wiederum auf die Wirtschaftlichkeit eines kalten Nahwärmenetzes auswirkt.

Der Vortrag basiert auf einem Beitrag zur 4. Konferenz der Norddeutschen Wärmeforschung.

Datum
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Sprecher

Philip Groesdonk

Von wdo, 20. August 2026

Dr.-Ing. Philip Groesdonk ist Mitgründer und Co-Geschäftsführer von heatbrAIn. Nach seinem Abschluss in Energietechnik (Maschinenbau) mit Fokus auf Erneuerbare Energien an der RWTH Aachen forschte er von 2017 bis 2025 im Rahmen seiner Promotion und in weiteren wissenschaftlichen Arbeiten am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jülich. Forschungsthemen waren hier berührungslose und datengetriebene Methoden zur energetischen Charakterisierung und Modellierung von Gebäuden und Quartieren, u. a. die Parametrisierung gebäudescharfer Simulationsmodelle aus KI- und Drohnenbefliegungsdaten. Die am DLR erarbeiteten wissenschaftlichen Erkenntnisse und die dort entstandene Software waren die Grundlage für die Gründung der heatbrAIn GmbH im März 2024. Seitdem hat Philip Groesdonk die Datengrundlage verschiedener Wärmewendeprojekte von Wärmeplanung bis BEW verantwortet.

Philip Groesdonk_heatbrAIn
heatbrAIn
Beschreibung_en

Dr.-Ing. Philip Groesdonk is a co-founder and co-managing director of heatbrAIn. After completing his degree in Energy Engineering (Mechanical Engineering) with a focus on renewable energies at RWTH Aachen University, he carried out research from 2017 to 2025 as part of his PhD and in further academic work at the German Aerospace Centre (DLR) in Jülich. His research focused on non-contact and data-driven methods for the energy characterisation and modelling of buildings and neighbourhoods, including the parameterisation of building-specific simulation models using AI and drone survey data. The scientific findings developed at the DLR and the software created there formed the basis for the founding of heatbrAIn GmbH in March 2024. Since then, Philip Groesdonk has been responsible for the data infrastructure of various heating transition projects, ranging from heating planning to building energy management (BEW).