Tobias Werner, Geschäftsführer Stadt.Energie.Speicher GmbH
Wie gelingt die Wärmewende dort, wo ein großflächiger Fernwärmeausbau wirtschaftlich und städtebaulich an Grenzen stößt? Dort, wo dezentrale Wärmepumpen aufgrund von Platzmangel oder Schallschutzvorgaben nicht möglich sind? Genau diese Frage beschäftigt derzeit viele Kommunen und Stadtwerke nach Abschluss ihrer kommunalen Wärmeplanung.
Der Vortrag zeigt, wie der Klimaturm – eine innovative Luft-Großwärmepumpe in vertikaler Bauweise – die Versorgungslücke zwischen zentraler Fernwärme und Einzelwärmepumpen schließen kann. Bereits ein einzelner Klimaturm kann - je nach Leistung - bis zu 400 Wohnungen im Neubau bzw. 200 Wohnungen im Bestand mit grüner Wärme versorgen. Der Flächenbedarf von ca. zwei Parkplätzen sowie der flüsterleise Betrieb ermöglichen den Einsatz selbst in verdichteten urbanen Bestandsquartieren. Intelligente Steuerung und Speichertechnologien senken zudem Wärmegestehungskosten.
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Praxiserfahrungen aus der Inbetriebnahme des ersten Klimaturms im Juni 2026 in Bremen sowie das Konzept des „Klimaturms im Schwarm“. Statt hohe Anfangsinvestitionen in großflächige Fernwärmenetze tätigen zu müssen, können Stadtwerke und Kommunen Quartiere schrittweise mit Klimatürmen und Nahwärmenetzen erschließen und diese bei wachsendem Bedarf miteinander verbinden. Der Vortrag zeigt, wie dieses Konzept die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung beschleunigen, Investitionsrisiken reduzieren und eine bezahlbare Wärmewende ermöglichen kann.